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Schnellgeschwindigkeitszug verbindet Freunde

BBS Landstuhl und das Gymnasium der Partnerstadt Pont-à-Mousson beteiligen sich erneut an Europa-Wettbewerb

Mit Kartoffelrezepten hat die Berufsbildende Schule Landstuhl (BBS) im vergangenen Jahr gemeinsam mit ihrer Partnerschule in Pont-à-Mousson einen Preis beim Projekt „Jugend und Europa - Schüler machen Zeitung" gewonnen. Auch in diesem Jahr wollen die Landstuhler mit ihren französischen Partnern wieder unter die Preisträger kommen.

Ihr Thema dieses Mal: der TGV, der schnelle Zug, der Paris näher an Ostfrankreich, an die Pfalz und an Mitteleuropa rückt. Während der gemeinsamen Arbeitswoche in Nancy rauchten ganz schön die Köpfe.


Nur am Anfang wird gefremdelt

„Der TGV-Ost, der Zug, der unsere Völker verbindet" heißt also das Thema für die Teilnehmer an dem Wettbewerb des Deutsch-Französischen Jugendwerks und der Robert-Bosch-Stiftung. Es verbindet zunächst einmal eine Woche lang die Schüler aus Landstuhl und Pont-à-Mousson. An den gemeinsamen Arbeitsort, die Jugendherberge von Schloss Rémicourt in einem Vorort von Nancy, sind sie mit Eurocity, Regionalzug und Bus gelangt. Was ganz normal ist für junge Menschen, die die Sprache des anderen noch nicht lange lernen: Am Anfang wird gefremdelt. Zehn junge Deutsche und 15 junge Franzosen im Alter von 16 bis 20 Jahren stellen fest, dass es gar nicht so einfach ist, sich miteinander zu verständigen.

Gemeinsam besucht man den letzten Tag der Ausstellung „100.000 Jahre unter den Schienen" im Musée Lorrain von Nancy. Dort sind die Ergebnisse der Grabungen zu sehen, die Archäologen vor dem Beginn der Bauarbeiten der Hochgeschwindigkeitsstrecke aus dem Boden gerettet haben. Natürlich darf auch ein Besuch des Rathauses von Nancy und des gerade erst herausgeputzten Wahrzeichens der Stadt, des Stanislas-Platzes, nicht fehlen. Im Rathaus werden die deutschen und französischen Berufsschüler von der Beigeordneten Valérie Rosso-Debord empfangen.

Madame, die nach den kommenden Parlamentswahlen für die Konservativen in die Pariser Nationalversammlung einziehen will, ist in Nancy auch zuständig für Senioren und Behinderte. Sie berichtet, dass man mit rund neuen 30.000 Arbeitsplätzen durch den TGV in der Region rechnet - aber auch, dass möglicherweise recht viele Senioren raus aus dem lauten Paris den Weg in die eher beschauliche Provinz suchen werden: eine Entwicklung, auf die man vorbereitet sein will.


Integration wird groß geschrieben

Immer mit dabei, auch bei der Besichtigung der Druckerei des „Est Républicain", der neben der RHEINPFALZ zum Projekt hinzugezogenen Tageszeitung, ist der behinderte Kéwin. Die Mutter und eine Betreuerin begleiten ihn. Kéwin gehört dazu. So ganz nebenbei erleben die Gäste aus Deutschland in Nancy auch ein Beispiel von Integration Behinderter in den normalen Unterricht am Lycée professionel Hélène Bardot in Pont-à-Mousson.

Aber auch unter den Landstuhlern, die alle an der BBS die zweite Fremdsprache lernen, weil sie weiter kommen möchten bis zum Fachabitur, ist eine außergewöhnliche junge Dame: Xiaoqiang Gao ist Chinesin. Dass sie an die zehn Jahre älter ist als ihre Mitschüler, mag man nicht glauben. Nach Deutschland kam sie der Liebe wegen, natürlich spricht sie Englisch, jetzt will sie Französisch lernen und später studieren, vielleicht etwas mit Umwelt. Brennend interessiert sie sich für alle diesbezüglichen Details der TGV-Technik.

Als außergewöhnlich muss man eigentlich alle bezeichnen, die eine Woche lang im Arbeitssaal der Jugendherberge in gemischten Arbeitsgruppen an ihren Artikeln feilen, die beim Wettbewerb eingereicht werden sollen.

Sowohl die Schüler als auch die beiden betreuenden Lehrer Günter Heyenbrock, Deutsch- und Französischlehrer in Pont-à-Mousson, und Gerold Huber, Französischlehrer in Landstuhl. Er hat den Kollegen Martin Klein mitgebracht, der mit seinem technischen Wissen, Kamera und Laptop die journalistische Arbeit der Berufsschüler begleitet. An einem Tag wird das Team noch unterstützt von zwei Journalisten: Alain Girard, der lokale Korrespondent des „Est Républicain" in Landstuhls Partnerstadt, und RHEINPFALZ-Redakteurin Dagmar Gilcher, die auch den deutsch-französischen Reportagewettbewerb für die jüngeren Altersklassen betreut, geben Ratschläge und Tipps.


Feilen für die Endkorrektur

Nach der Rückkehr aus Nancy bleiben noch einige Tage zum Ausfeilen und zur Endkorrektur. Dann sollen die Artikel der jungen Reporter über den Zug, der Europas Völker einander näher bringt, auch in den Zeitungen zu lesen sein - in RHEINPFALZ und „Est Républicain". Und schließlich werden die Juroren des Deutsch-Französischen Jugendwerkes entscheiden, ob die BBSLandstuhl und das Lycée auch diesmal wieder deutsch-französische Lorbeeren gewinnen. (gil)